Ein besonderer Höhepunkt der Jahreshauptversammlung der SPD Main-Tauber in Wachbach war die Ehrung langjähriger Genossinnen und Genossen – allen voran dreier Mitglieder, die seit einem halben Jahrhundert der Sozialdemokratie angehören.
Geleitet wurde die Veranstaltung von der Co-Kreisvorsitzenden Lena Brand sowie dem Kreistagsmitglied und Bad Mergentheimer Gemeinderat Jordan Murphy.
Als Landtagskandidat und stellvertretender Kreisvorsitzender würdigte Can Kurter die Geehrten persönlich und ordnete ihre Eintrittsjahre historisch ein. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Prof. Dr. Hansjörg Brombach, Erika Menge, Dagmar Papiritz-Baltz, Hans-Peter Kuhnhäuser und Tillmann Zeller ausgezeichnet. Ihr Eintritt im Jahr 1975 fiel in eine Zeit großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Herausforderungen. Kurter erinnerte an die Kanzlerschaft von Helmut Schmidt: „Wer 1975 in die SPD eingetreten ist, tat dies in einer Phase wirtschaftlicher Krisen, internationaler Spannungen und großer Verantwortung. Helmut Schmidt stand für Entschlossenheit, außenpolitische Klarheit und wirtschaftspolitische Vernunft. Diese Haltung – ruhig, sachlich und entschlossen – bleibt Vorbild für sozialdemokratische Politik.“
Für 40 Jahre Mitgliedschaft ehrte Kurter Albrecht Busch. 1985 sei geprägt gewesen vom Kalten Krieg und intensiven Friedensdebatten. „SPD-Mitgliedschaft bedeutete damals Einsatz für Entspannung, soziale Gerechtigkeit und Verantwortung – nur wenige Jahre vor dem Fall der Mauer.“
Claudius Korte wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Sein Eintritt im Jahr 2000 fiel in die Zeit der rot-grünen Bundesregierung unter Gerhard Schröder. „Das war eine Phase des Reformwillens, des Atomausstiegs und der Modernisierung unseres Landes. Du hast die SPD in einer Zeit des Aufbruchs begleitet.“
Für zehn Jahre Mitgliedschaft ehrte Kurter zudem Kreiskassierer Jochen Kluge. 2015 sei das Jahr der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns gewesen – „ein Kernprojekt sozialdemokratischer Politik“. Zugleich habe Europa vor großen Herausforderungen gestanden. „Wer damals eingetreten ist, wollte Verantwortung übernehmen.“
Abschließend betonte der Co-Kreisvorsitzende Thomas Kraft die historische Bedeutung der Ehrungen: „Fünfzig, vierzig oder fünfundzwanzig Jahre Mitgliedschaft sind keine Selbstverständlichkeit. Das sind Jahrzehnte politischer Überzeugung, Engagements und Diskussionen. Unsere Partei lebt von Menschen, die auch in schwierigen Zeiten Haltung zeigen. Diese Treue ist das Fundament unserer sozialdemokratischen Geschichte – und unserer Zukunft.“