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SPD Main-Tauber nominiert Can Kurter einstimmig als Landtagskandidaten

Veröffentlicht in Kreisverband

Die SPD im Main-Tauber-Kreis hat Can Kurter als ihren Kandidaten und Lena Brand als Zweitkandidatin für die Landtagswahl 2026 aufgestellt.

Unterstützt wurde die Nominierungsversammlung durch die Anwesenheit des SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Andreas Stoch, der eigens nach Tauberbischofsheim gereist war.

Geleitet wurde die Konferenz von Annabell Scheurich und Julian Zwerger. Im Mittelpunkt der Versammlung stand eine Rede von Kurter, die konsequent entlang politischer Herausforderungen argumentierte und dabei besonders eines deutlich machte: Die Themenlage ist klar, die Ausgangslage ernst.

Als Ortsvereinsvorsitzender der SPD Wertheim, stellvertretender Kreisvorsitzender und erfahrener Politikstratege mit Verantwortung auf Bundesebene bringt Kurter sowohl kommunale Verwurzelung als auch politische Kompetenz mit. In seiner Bewerbungsrede machte er deutlich: Ob Politik trägt, wird nicht am Rednerpult entschieden, sondern im Alltag, wenn Familien auf Hilfe warten, Kinder ohne Betreuung bleiben und Dörfer abgehängt werden.

Ein zentrales Thema war die Daseinsvorsorge, dort, wo Politik konkret wird: beim fehlenden Bus am Abend, überlasteten Kitas oder monatelangen Wartezeiten auf einen Arzttermin. Kurter machte deutlich, dass staatliche Verantwortung nicht in Zuständigkeitsdebatten enden dürfe. Politik müsse wieder erreichbar und verlässlich sein, mit klaren Strukturen und dem Mut, gewohnte Abläufe infrage zu stellen.

Exemplarisch wurde dies an der Situation des Wertheimer Krankenhauses. Die angekündigten Kürzungen seien nicht bloß eine organisatorische Maßnahme, sondern ein Einschnitt in das Sicherheitsgefühl der Region. Für Kurter steht fest: Wer solche Einrichtungen in Frage stellt, rüttelt am Vertrauen in die Sicherheit vor Ort.

In der Bildungspolitik forderte er einen Kurswechsel: gleiche Chancen unabhängig vom Wohnort, kostenfreie Angebote von der Kita bis zur Weiterbildung sowie eine Ausstattung, die flächendeckend Perspektiven ermöglicht. Bildung sei keine nachgelagerte Aufgabe, sie sei der Grundpfeiler von Teilhabe und Zukunft.

Auch Digitalisierung wurde als zentrale Gerechtigkeitsfrage behandelt. Wenn im ländlichen Raum schon der Handyempfang fehle, könne von gleichwertigen Lebensverhältnissen keine Rede sein. Kurter forderte einen Ausbau, der nicht an Profitabilität orientiert ist, sondern an Erreichbarkeit und Teilhabe.

Zum Thema Demokratie sprach Kurter nicht in Form allgemeiner Prinzipien, sondern mit Blick auf ihre alltägliche Belastbarkeit. Wenn Ehrenamtliche angefeindet werden, politische Verfahren unübersichtlich erscheinen und der Ton in der Öffentlichkeit zunehmend verroht, sei das keine Randerscheinung, sondern Ausdruck eines strukturellen Problems. Demokratie, so Kurter, brauche greifbare Verfahren, nachvollziehbare Entscheidungen und politische Präsenz, nicht als Ausnahme, sondern als Haltung im Alltag. Vertrauen sei kein Zustand, sondern eine Aufgabe.

Als Zweitkandidatin bewarb sich Lena Brand aus Freudenberg. Sie ist Gemeinderätin und Co-Kreisvorsitzende in Main-Tauber. Die Förderung des ländlichen Raums, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Sicherstellung guter Bildungsangebote und die Stärkung der regionalen Wirtschaft sind Themen, die sie besonders bewegen. Den Bürgerinnen und Bürgern will Brand eine starke Stimme geben.

Auf der Nominierungsversammlung hielt SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzender Andreas Stoch eine Rede. Er betonte die Bedeutung politischer Verlässlichkeit und einer Regierung, die nicht nur reagiert, sondern gestaltet. Mit Blick auf den bestehenden Koalitionsvertrag sprach sich Stoch klar für dessen Annahme aus und verwies auf die Verantwortung, die mit Regierungsfähigkeit einhergeht. „Es geht nicht um große Versprechen, sondern um konkrete Schritte und sichtbare Verbesserungen im Alltag“, so Stoch.

Die SPD sei die Kraft, die Orientierung geben könne, weil sie die Themen ernst nehme und bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. Die Nominierung von Can Kurter und Lena Brand füge sich, so Stoch, nahtlos in diesen Anspruch ein. Das ist Ausdruck einer Politik, die entschlossen handelt, wo andere ausweichen. Mit klarer Haltung und einem Gespür für die Themen der Menschen vor Ort geht die SPD in einen Wahlkampf, der mehr sein will als nur Stimmenfang, nämlich ein Angebot zur Veränderung.

Der Koalitionsvertrag und die mögliche Koalition auf Bundesebene wurden kontrovers diskutiert. Die SPD läßt darüber in einem Mitgliedervotum abstimmen. Sollte der Vertrag keine Mehrheit bekommen, werde die SPD nicht in diese Koalitionsregierung eintreten. Kreisvorsitzender Thomas Kraft erläuterte die Bedeutung der Abstimmung und das Verfahren. Bis 29. April bestehe die Möglichkeit sich zu beteiligen. Unter den Anwesenden zeichnete sich eine verhaltene aber mehrheitliche Zustimmung ab. „Die SPD klebt nicht an der Macht. Sie war und ist aber immer bereit Verantwortung zu übernehmen,“ so abschließend Thomas Kraft. Jetzt hätten es die Mitglieder in der Hand.

 
 

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