Mit einer vollbesetzten Sitzung und spürbarer Aufbruchsstimmung hat der SPD-Kreisverband Main-Tauber gemeinsam mit den Vorsitzenden aller Ortsvereine über die zukünftige Ausrichtung der Partei beraten.
Vertreterinnen und Vertreter sämtlicher Ortsvereine des Main-Tauber-Kreises nahmen an der gemeinsamen Kreisvorstandssitzung teil und diskutierten über die politische Neuaufstellung der SPD auf Landes- und Bundesebene sowie die kommenden personellen Entscheidungen innerhalb der Partei.
Im Mittelpunkt der Beratungen standen insbesondere die anstehenden Entscheidungen rund um den Landesvorsitz der SPD Baden-Württemberg sowie die Frage, wie die Partei wieder stärker Vertrauen gewinnen und politische Orientierung geben kann. Die Diskussionen waren geprägt von Geschlossenheit, Offenheit und dem klaren Wunsch nach echter Erneuerung. „So wie es ist, kann es nicht bleiben. Die vergangenen Wahlergebnisse haben uns deutlich gezeigt, dass die Menschen von der SPD mehr erwarten: mehr Klarheit, mehr Mut und mehr echte Beteiligung. Gerade deshalb spüren wir jetzt in der Partei eine neue Entschlossenheit, Dinge nicht länger nur zu analysieren, sondern endlich konsequent zu verändern“, erklärte der stellvertretende Kreisvorsitzende Can Kurter.
Weiter betonte er: „Die Stimmung in unserer Sitzung war geprägt von Aufbruch und dem gemeinsamen Willen, unsere Partei wieder stärker, moderner und näher an den Menschen aufzustellen. Dabei geht es nicht nur um personelle Entscheidungen, sondern um die grundsätzliche Frage, wie die SPD wieder politische Orientierung geben und Vertrauen zurückgewinnen kann.“
Der Kreisvorsitzende Thomas Kraft erklärte: „Die SPD muss wieder klar erkennbar machen, wofür sie steht: für soziale Sicherheit, wirtschaftliche Vernunft und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die große Beteiligung aus allen Ortsvereinen zeigt, dass unsere Partei lebt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt ist die Zeit, mutige Entscheidungen zu treffen und die Erneuerung gemeinsam anzupacken.“
Auch der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Alfred Bauch, betonte die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen den politischen Ebenen: „Gerade die Kommunalpolitik zeigt jeden Tag, wo Politik konkret wirkt – bei Schulen, Mobilität, Gesundheitsversorgung oder bezahlbarem Wohnen. Deshalb brauchen wir eine stärkere Verzahnung zwischen Landes-, Bundes- und Kommunalpolitik. Nur wenn wir die Erfahrungen und Herausforderungen vor Ort ernst nehmen, können wir politische Entscheidungen treffen, die bei den Menschen tatsächlich ankommen.“
Der Kreisverband sprach sich dabei für eine offenere Debattenkultur und eine stärkere Beteiligung der Mitglieder aus. Unterschiedliche Ideen und Perspektiven müssten wieder als Stärke verstanden werden, um die Partei zukunftsfähig aufzustellen. „Wir brauchen den Mut, neue Ideen zuzulassen, offen zu diskutieren und echte Beteiligung zu ermöglichen. Unterschiedliche Perspektiven sind keine Schwäche, sondern die Voraussetzung dafür, dass die SPD wieder kraftvoll und glaubwürdig auftreten kann“, so Can Kurter weiter.
Die Sitzung machte deutlich, dass der SPD-Kreisverband Main-Tauber die anstehenden Erneuerungsprozesse aktiv begleiten und mit neuer Energie in die kommenden politischen Monate gehen will.
Konkret wurde es beim Thema Tauberbahn. Die Situation seit 2019 ist immer wieder nicht zufriedenstellend und bereitet Sorgen. Im Kreistag wurde es regelmäßig angesprochen, eine Zukunftskommission verhandelt, Versprechungen wurden gemacht, eine Bürgerinitiative kümmert sich seit Jahren und macht konkrete Vorschläge.
Vergangene Woche kam dann ein weiterer Schock. Trotz Investitionen in Bahnhöfe und Haltepunkte soll ab dem neuen Fahrplan in Königshofen und Igersheim teilweise nicht mehr gehalten werden. Im Kreistag vielen dazu deutliche Wort. Das ist nicht akzeptabel. Die Entscheidung ist auch ein Vertrauensbruch zwischen den bisher Verrhandelnden. Die SPD wird den Landrat unterstützen, so Alfred Bauch der Fraktionsvorsitzende.
Es brauche nun über die zuständigen Ämter hinaus eine breitere Basis, so Thomas Kraft. Es ist vorgeschlagen einen Interessengemeinschaft Tauberbahn zu gründen. Darin sammeln sich die Kommunen, Initiativen und Engagierte. Die Unzufriedenheit muss deutlich gemacht werden. Die SPD in Main-Tauber unterstützt daher die Bestrebungen zur Gründung einer Interessengemeinschaft.
Es gibt tragfähige und realistische Vorschläge zur Verbesserung der Tauberbahn. Wir müssen schnell handeln und müssen laut werden. Es droht eine weitere Ausdünnung der Versorgung im ländlichen Raum.
SPD-Kreisverband Main-Tauber
Thomas Kraft